Frisch gedruckt und schnell verprasst

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Vom Regen in die Traufe, so sagen es die Menschen, wenngleich sie der Bedeutung dieser Worte und ihrer Wahrheit selten gewahr sind.

Gerade eben hatte die kleine Banknote in der warmen Presse die Augen geöffnet, eine schöne und glänzende 5 war ihr aufgedruckt worden. Laut war es hier bei den Maschinen, die sie geboren hatten, aber das machte der frischen Note in diesem Moment nichts. Direkt neben ihr, eng an eng auf diesem großen Blatt aus Baumwollfaserpapier, erwachten andere Noten zum Leben, die ihr unglaublich ähnlich sahen, aber das lag wohl nur daran, dass ihre Schöpfer ihnen allen das gleiche Kleid aufdruckten, und die Schöpfer, die wussten sicher, was gut für sie war.

Alsbald rutschte die kleine Note von dem Band, über das sie durch die Presse getragen worden war, auf einen ganzen Stapel mit frisch gemachten Noten. Und schon bald, noch ehe sich die kleine Note umschauen konnte, landeten weitere auf ihr. Flüstern und Murmeln ging um unter den frischen Fünfern, Kichern war zu hören, junge Stimmen, die sich auf das noch unbekannte Leben freuten, voll der Abenteuerlust und beseelt mit dem Wunsch, alles zu entdecken. Die Neugierde brachte die Fünfer ins Lachen, nichts als Freude war zu vernehmen von dem größer werdenden Stapel.

Bald darauf wurde der Stapel in eine andere Maschine gelegt. Man sagte den Noten immer wieder, sie sollten brav sein und artig, damit etwas Gutes aus ihnen werde. Sie sollten in Reih und Glied liegen, ganz gerade, und weil die Scheine es nicht besser wussten, taten sie, wie ihnen geheißen. So lehrte sie die neue Maschine rasch, dass sie still sein und lauschen sollten, dass sie nichts zu hinterfragen hatten und in jedem Fall dem vorgegebenen Lauf des Bandes folgen sollten, welches sie bald schon zum Ende dieser Lehren führte: Ein Schneidegerät.

Auf die kleine Note wirkte dieses Gerät sehr furchteinflößend. Der Weg über das Band hatte sie viel Kraft gekostet, denn es war nicht einfach gewesen, immer im Gleichschritt zu bleiben und niemals schneller als die anderen Noten zu sein. Sie musste sich anpassen an das, was ihnen allen vorgegeben wurde. Aber sie lag dort mit anderen Noten in einer Gruppe auf einem Blatt und dieses Zusammensein half ihr dabei, den rechten Weg nicht zu verlieren, obwohl sie so gerne einmal über das Band, das ihren Weg genau beschrieb, hinausgesehen hätte; obwohl sie zu gerne einmal angehalten und sich in andere Richtungen umgesehen hätte. Es war ungemein schwierig, diesem steten Drang zu widerstehen, und so manches Mal klappte es nicht. Aber in diesen Momenten wurde die kleine Note von all den anderen harsch, wie sie es empfand, zurechtgewiesen. Mit der Zeit wurde ihr Lachen seltener, Ängste hatte man sie auf diesem Pfad gelehrt, und nun lag vor ihr ein Wendepunkt: Die Blätter würden geschnitten werden, alle bekannten Bande würden zertrennt werden und etwas Neues, gänzlich Unbekanntes erwartete die Note.

Ehe die kleine Note auf dieses Band geraten war, hatte sie solche Ängste nicht gekannt. Sie war neugierig auf das Leben gewesen und auf alles, was vor ihr lag, doch der neue Weg, dieses strikte und strenge Band, über dessen Grenzen sie niemals hinausblicken konnte und dessen harsches Miteinander ihr einen Teil der Freude in Furcht umgewandelt hatte, dieser Weg machte ihr Angst. Wie sollte sie wissen oder auch nur ahnen, was jenseits dieses Weges auf sie wartete, wenn sie ihn nie in der Sicherheit der Gruppe verlassen durfte? Wie sollte sie nach der Trennung allein vorankommen, wenn alles, was sie gelernt hatte, war, sich in eine Gruppe einzufügen, ob freiwillig oder unliebsam?

Und da war sie auch schon: Die Maschine, die ihre Zukunft bestimmte. Noch zwei Blätter waren vor ihr dran, doch nun war sie bereits nah genug, um es mit anzusehen. Mit rasanter Geschwindigkeit stürzte ein rechteckiges Messer mit parallel zueinander verlaufenden Reihen von Klingen auf das Blatt hinab, wie ein Fallbeil. Zuvor hatte die kleine Note ein ängstliches Wimmern von jenem Blatt vernommen, doch nun, da das scharfe Messer wieder hochgezogen wurde, herrschte Stille.

Das Band zog an, wieder bemühten sich die Fünfer um Gleichschritt.

Nun war das Beil direkt vor der kleinen Note, Wimmern ertönte. Es war dunkel, das Beil wirkte bedrohlicher als zuvor.

Und da sauste es auch schon hinab in gnadenloser Geschwindigkeit, donnerte auf das Blatt unmittelbar vor der kleinen Note, deren Herzchen zu pochen begann. Wenn es doch einen Ausweg gäbe, hallte es in ihrem Köpfchen wider. Die Angst hatte sie vollständig gelähmt.

Da erhob sich das Beil abermals in schwindelerregende Höhen. Vor der kleinen Note lagen Dutzende Fünfer, alle auf dieselbe Form gestutzt. Unterschiede waren jetzt nicht mehr erkennbar.

Das Band zog an.

Wie in Trance, gelähmt noch immer, schritten die Noten geübt voran, die ängstlichen Blicke starrten nach oben. Gleich würde dieses Messer auf sie herabstürzen, sie voneinander trennen, ihre Grenzen auf ein gleichförmiges Maß zuschneiden.

Und da geschah es.

Die kleine Note schloss vor Furcht die Augen, betete, es möge rasch vorüber sein.

Da stieß das Messer mit voller Wucht ins Papier, ein Schmerz zog durch die Noten, der jedes Wimmern erstickte.

Das Messer wurde angehoben.

Die kleine Note öffnete die Augen, als der Schmerz verflog. Kälte erreichte die Gruppe, eine Kälte, die an ihren abgeschnittenen Kanten entlang schlich und nicht mehr von dort verschwand. Einsam fühlte sie sich an.

Das Band zog an.

Verwirrt waren die Noten, manche so sehr, dass sie nicht merkten, dass sie vorangehen sollten. Manche zitterten noch, waren zu verängstigt.

Aber erbarmungslos geriet das Segment des Bandes, auf dem sie lagen, ins Wanken. Wie ein Erdbeben rüttelte es so heftig und so lange, bis alle Noten von der Kante in einen Beutel gefallen waren.

Die kleine Note sah sich um, wollte die bekannten Noten wiederfinden, sich an ihnen wärmen, doch es gelang nicht. Sie hatte sie allesamt aus den Augen verloren. Dennoch, sie wollte sich ihren Mut nicht nehmen lassen. Sie wusste nicht, was vor ihr lag. Sie hatte die Hoffnung, dass dieses Messer ihr Freiheit geschenkt hatte, mit der sie nun die Welt entdecken konnte. An diesen Gedanken hielt sie fest, während der Beutel durch die Hallen getragen und in ein gepanzertes Gefährt gelegt wurde.

Der Motor wurde gezündet, ein Wackeln begann, aber die Dutzenden Beutel standen so dicht beieinander, dass sich die kleine Note trotz eines kleinen Schreckens nicht festhalten musste. Wieder und wieder fragte sie sich, was kommen würde, und um den Mut nicht zu verlieren, suchte sie sich nur die schönsten Vorstellungen heraus, um sich an ihnen festzuklammern.

Bald darauf wurden Stimmen laut. Mitten auf der Fahrt wurden die Beutel geöffnet. So schauten sich die Noten alle um. Neben vielen Beuteln mit Fünfern, erkannte die kleine Note auch wenige mit Zehnern, Zwanzigern und einen einzigen mit Fünfzigern.

An einem Absatz an der Innenwand des Gefährts erklang ein Räuspern, nach und nach wandten sich alle neugierigen Blicke dahin um.

Ein Hunderter lehnte dort und wartete geduldig, aber mit strengem Blick, bis er alle Aufmerksamkeit hatte: „Meine lieben Scheine! Ich werde euch nun erklären, was vor euch liegt. Wie ich sehe, sind heute viele verschiedene Noten anwesend.“

Die kleine Note atmete tief ein. Sie wusste, nun würde sich ihr zukünftiger Lebensweg offenbaren. Der Hunderter würde ihr helfen, ihn zu finden.

So sprach er fort: „Manche von euch sind mehr wert als andere, man sieht es an den Leistungen, die euch als Zahl aufgedruckt wurden. Denen, die mehr wert sind, werden Türen offen stehen, die allen anderen verwehrt bleiben, aber sorgt euch nicht. Selbstverständlich geht es für jeden weiter. Ich habe schon viele Fünfer und Zehner und andere gesehen, und alle haben ihren Platz gefunden!“

Der Hunderter räusperte sich einige Male. Das Herzchen der kleinen Note wurde derweil von freudiger Hoffnung erfüllt. Es gab eine Zukunft, wenn auch eine weniger schöne als bei manch anderen Noten.

Lasst euch eines von mir gesagt sein: Ihr wurdet für einen Zweck geboren und solange ihr diesen Zweck erfüllt, solange ihr euch nicht von Träumen verleiten lasst, solange ihr anständig bleibt und euch nicht beschwert“, er machte eine Pause, ehe er den Satz beendete: „Solange werdet ihr ein zufriedenes Leben führen. Wer nicht zufrieden ist, der muss sich Gedanken machen, was er falsch gemacht hat!“

Er räusperte sich erneut. Die kleine Note war gebannt von den Worten des Hunderters. Selbstverständlich wollte sie sich fügen, um das versprochene gute Leben zu bekommen. Aber je weiter der Hunderter sprach, desto größer wurde die Angst davor, Fehler zu machen. Sie musste gut Acht geben, damit ihr diese verhängnisvollen Fehler niemals widerfuhren.

Und da sprach er fort: „Ihr seid Noten. Scheine! Das Leben da draußen ist manchmal hart, es fordert Durchhaltevermögen, Disziplin und Bescheidenheit. Doch wer redlich arbeitet, der wird auch reichlich belohnt!“

Der Wagen, das eiserne Gefährt, fuhr um eine Kurve und über eine Kante, sodass er in heftiges Ruckeln geriet.

Wie ich sehe, sind wir fast da! Ich werde die Beutel jetzt wieder verschließen und wünsche euch allen von Herzen eine schöne Zukunft!“

So waren die Beutel wieder verschlossen, als der Wagen anhielt. Die Türen wurden bald darauf geöffnet und die Beutel abgeladen.

Aufgeregt war die kleine Note. Sie wollte sich freuen, aber es war schwierig, die Furcht loszulassen, so schwierig sogar, dass sie die Gespräche der Menschen nur als Raunen vernahm. Manch ein Wort, das da gesprochen wurde, verstand sie klar, vergaß es aber ob der Furcht noch in derselben Sekunde, da sie es gehört hatte. Liebend gerne hätte sie gesehen, wo sie hingebracht wurde, doch als der Beutel geöffnet wurde, war sie bereits im Gebäude. Und auch dort ging alles so schnell, dass sie nicht erkennen konnte, wo sie eigentlich war. Zusammen mit vielen anderen Noten war sie in einen Automaten gestopft worden. Dunkel war es und überfüllt. Enger als zuvor und geordnet lagen die Scheine übereinander in einer Schiene. Sie konnten sich nicht rühren, so sehr es manche auch versuchten, mussten abwarten, bis sie an der Reihe waren.

Alsbald erklangen Geräusche von diesem Automaten, die Schiene wurde ein wenig vorgezogen. Mit einem heftigen Ruck stürzten die Noten ein Stück tiefer.

Das Herz der kleinen Note raste vor Schreck, der Ruck war so plötzlich gekommen, dass es ihr angst und bang wurde. Noch viele Male würde es sie noch erschrecken, ehe sie ganz unten sein würde. Trotz allem wollte sie sich den Mut nicht nehmen lassen, klammerte sich an ihre letzte Freude.

Wieder ein Ruck. Und ein weiterer. Zwei tiefe Stürze.

Die kleine Note schloss die Augen, stellte sich vor, dass ihr bald Besseres widerfahren würde, dass Besseres auf sie wartete.

Und noch ein Ruck.

Da begann die kleine Note zu weinen. Aber sie wollte das nicht. sie hatte keinen Grund zu weinen, denn so allein, wie sie sich fühlte, war sie gar nicht. Überall um sie herum waren andere Noten. Nein! Sie war nicht allein! Es würde alles besser werden. So, wie es der Hunderter versprochen hatte. Sie musste nur durchhalten!

Und sie hielt durch: Bis zum Abend kam der Ruck noch ein paar Dutzend Male, aber dann lag die kleine Note ganz unten. Bald sollte sie hier rauskommen und das Bessere ihrer Zukunft endlich kennenlernen. Nur noch ein Ruck! Nur noch ein einziger!

Und so geschah es. Mit einem letzten Ruck wurde sie aus der engen Schiene befreit, mit drei weiteren Scheinen zusammengepresst und durch den Auswurf des Automaten gedrückt. Schmerzhaft war der Bügel, der sie dort festhielt, und ein stiller Schreck hatte ihr Bewusstsein auf dem Weg hierher beinahe erstickt, aber nun drang frische kühle Luft zu ihr.

Der Mann am Automaten steckte die EC-Karte in sein Portemonnaie, griff dann nach den Scheinen. Er hob sie gegen ein Licht, betrachtete sie einzeln nacheinander. So hatte die kleine Note zum ersten Mal Gelegenheit, sich umzuschauen: Ein leichter Wind ging um in der Gasse neben dem Bankgebäude. Autos standen dort zwei, wenige Menschen liefen umher, Lichter von Straßenlaternen glimmten im Abenddunkel. Dann fuhr ein Auto über die breitere Straße vor dem Bankgebäude. Die kleine Note wusste gar nicht, wie ihr geschah, als sie erkannte, welch schöne Welt ihr bislang verborgen geblieben war.

Alsbald hatte der Mann seine Scheine zur Genüge betrachtet. Die größeren packte er der Länge nach ins hintere Fach des Portemonnaies. Die kleine Note hingegen, ereilte ein schlimmeres Schicksal: Der Mann faltete sie zweimal und quetschte sie in ein enges Fach weiter vorn.

Der Schmerz ging mit einem Schock einher. Durchhalten!, sagte sich die kleine Note immer wieder, denn offensichtlich hatte sie das Bessere noch nicht erreicht. Sie konnte sich kaum regen, kaum atmen, die Knicke waren wie offene Wunden und da wusste die kleine Note auf einmal, dass sie tiefe Narben davontragen würde. Aber sie hatte bisher nichts falsch gemacht, also musste sie nur durchhalten.

Lange Zeit trug der Mann die kleine Note so umher, bis er mit ihr drei Tage später eine Kneipe betrat.

Die kleine Note hatte es wie eine Ewigkeit empfunden, eine unerträgliche, die ihren Leib gebrochen hatte. Nun aber, in der Kneipe, zog der Mann sie aus dem kleinen Fach heraus, klemmte sie zwischen zwei seiner Finger und überreichte sie einem anderen Mann, der hinter der Theke stand. Mit schwerer Not rang die kleine Note nach Luft, doch sie war stickig und verbraucht. Die Augen konnte sie kaum öffnen. Der Mann hinter der Theke hielt die Hand mit dem gefalteten Schein in die Luft, eine ganze Weile lang, während er den Worten desjenigen lauschte, der sie ihm überreicht hatte. Aber die Kneipe war voll und lärmend, die kleine Note konnte keine Worte verstehen, zu geschwächt war sie. Ihre letzte Kraft verwendete sie darauf, ihren Leib zu recken, doch der Griff um sie war zu fest.

Kurz danach erwiderte der Mann hinter der Theke die Worte seines Gegenübers mit einer Geste: Er schob die Finger, mit denen er den Schein hielt, gegeneinander, wodurch sich dessen Faltung ein Stück weit löste.

Ein ungehörter Schrei gellte durch die Kneipe, Schmerzen zogen sich durch den Leib der kleinen Note.

Dann schob der Mann den Schein wieder zusammen, was einen weiteren Schmerzensschrei auslöste, ungehört, unbeachtet.

Der Mann steckte die kleine Note, die vor Angst und Pein zu weinen begann, in seine Hosentasche. Dort weinte sie und weinte. Immerhin war es hier nicht so eng wie im Portemonnaie, aber diesen Luxus hatte sie sich mit starkem Weh erkauft. So konnte sie lange Zeit keinen Gedanken fassen, ließ sich treiben.

Erst zwei Tage später konnte die kleine Note ein wenig Ruhe finden, als die Schmerzen so vertraut wurden, dass sie glaubte, sie seien nicht mehr da. Sie erinnerte sich an die Kneipe, durch die sie wenige verschwommene Blicke hatte werfen können. Es war laut gewesen, überall waren Bewegungen zu erkennen gewesen und Lachen und Singen. Zu gern wollte sie jetzt auch lachen und singen, doch sie fand dafür keinen Grund. Die Knicke und feinen Risse in ihrem Leib, die von dem Hin- und Herrutschen in der Hosentasche verursacht wurden, bemerkte sie wohl, doch sie mochte nichts dagegen unternehmen, denn sie war zu traurig.

Eine Weile danach endete die Ruhe. Der Mann zog die kleine Note aus der Hosentasche und reichte sie über eine klingelnde Kasse an eine Kassiererin mit kühlem Lächeln. In Windeseile wurde die kleine Note entfaltet und unter einen Klemmbügel gequetscht, doch den Schmerz kannte sie schon, sie meinte, ihn kaum noch zu spüren.

Die Kasse wurde geschlossen.

Die kleine Note nutzte die Gelegenheit und streckte ihren verspannten Leib so weit es unter den Bedingungen möglich war. Wieder drangen Tränen in ihre trüben Augen. Erneut wollte sie sich zureden, dass sie nur durchhalten müsse, doch sie konnte sich damit nicht mehr länger selbst belügen.

Weiteres Weinen drang an ihre Ohren von den anderen Scheinen in der Kasse, zaghaft, unter ärgsten Versuchen, das Weinen zu verbergen. Auch andere Noten waren voll der Verzweiflung und Angst.

Alsbald wurde die Kasse geöffnet. Die Kassiererin legte einen weiteren 5 €-Schein auf die kleine Note und ließ den Klemmbügel hinunterschnellen. Es schmerzte tief und drückte die Fasern des Leibes auseinander, sodass fast ein Loch entstanden war.

Lange musste die kleine Note nicht in der Kasse verweilen, da nahm die Kassiererin zwei Fünfer heraus und reichte sie einem Manne, der um sie als Wechselgeld gebeten hatte. Er steckte sie rasch ins Portemonnaie und verließ das Geschäft.

Als er wenige Meter weiter unter wolkenverhangenem Himmel um die Ecke bog, in eine menschenleere Gasse, da kamen zwei Banditen auf ihn zu. Sie forderten sein Geld. So erschrocken, wie er war, und so schnell, wie all dies geschah, überreichte er sofort sein ganzes Portemonnaie und lief davon. Die Banditen aber fanden darin nicht ihr Glück, sondern lediglich zwei wertlose, abgenutzte Fünfer. Verärgert schleuderte einer der Banditen die Scheine in eine regenwasserführende Rinne und zog mit seinem Kumpel von dannen.

Eine Weile lang, während das schmutzige Nass sie durchdrang, schwammen sie mit dem Wasser der kleinen Rinne. Traurig waren sie, selbst die Zweifel hatten sie verlassen, denn ohne Hoffnung gab es sie nicht. Und Hoffnung, fürwahr, die sahen sie beide nicht mehr.

Während sie davongespült wurden, verblieb im Kopfe der kleinen Note nur eines: „Was habe ich falsch gemacht?“

(Ende)

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02. November 2018; Autor: Bonnie C. Elgengard; Lesezeit: ca. 8-13 Minuten; Genre: Fantasy, Fabel; Lizenzvereinbarung: CC-D 3.0 Cc-by new.svgCc-nc.svgCc-sa.svg by-nc-sa

 



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